Neugestaltung Tourismusverein Naturns
Tourismusverein und Gemeinde Naturns

Unsere Arbeit: KreativKonzept & Art Direction - Erlebnisarchitektur - Placebranding - Innenarchitektur - Produktdesign - Orientierung - Designmanagement

Das neu gestaltete Tourismusbüro ist das Herz des touristischen, kulturellen und sozialen Lebens von Naturns und Umgebung. Eine Plattform auf der über den Begriff „Heimat“ in all seinen Facetten diskutiert werden darf, eine Bühne auf der Monolog und Dialog stattfindet. Ein Ort, der Einblick gibt in die verschiedenen Lebenswelten der heimischen Bevölkerung, der Geschichten erzählt, der präsentiert und repräsentiert, am Puls der Zeit, der Gästen wie Einheimischen die Möglichkeit des Austausches und Anregungen für Neues schenkt.

Eingetaucht in die Dorfgestaltung

Das Gebäude des Tourismusverein Naturns befindet sich neben dem Gebäudekomplex des Bürger- und Rathauses, welcher im Jahre 1981 von Arch. Hermann Jr. Delugan errichtet wurde. Der Gebäudekomplex steht außerhalb des Ortskerns und ist durch den vorgelagerten Rathausplatz von der verkehrsreichen Staatsstraße getrennt.

Im Zuge der intensiveren Auseinandersetzung mit dem Neugestaltungsprojekt wurde erstmals offensichtlich, dass der Baukörper, welcher den Tourismusverein beherbergt, nicht in dieses Gesamtensemble eingebettet ist. Das bauliche Konzept des Bürger-und Rathauses schirmt die Anlage nach außen hin ab und unterstreicht ihren introvertierten Charakter. Ohne die Grundidee des Architekten anzutasten, wurde eine sichtraubende Mauer abgetragen, um so den Blick auf das bis dato optisch im Hintergrund stehende Gebäude, in dem sich das Tourismusbüro befindet, freizugeben.

Die hüfthohe zum Baukonzept gehörende Mauer wurde abgetragen und durch eine blickdurchlässige, leichte Stahlkonstruktion, welche als Geländer zum Aufgang zum Hauptplatz fungiert ersetzt. Die Konstruktion erinnert als architektonischer Zeitzeuge in ihren Dimensionen, der einst hier aufragenden Mauer. 

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Baukörper, Plätze neu sehen lernen

Dieses Sich Öffnen rückt den Tourismusverein nun bewusst in den Sichtbereich des Dorfes, dies führt zu einer größeren öffentlichen Präsenz am Platz. Durch einen weiteren baulichen Eingriff gewinnt der Außenbereich rund um den Tourismusverein an Platzcharakter und rückt das Ensemble in den Vordergrund.

An diesen gut frequentierten und optimal gelegenen Standort wurde wenige Meter vom Tourismusverein entfernt ein neuer Infoterminal errichtet, welcher ankommende und vor Ort Gäste auf einen Blick über das touristische Angebot ihrer Destination in Wort und Bild informiert. 

Unser Ziel ist es die gemeinsamen Zutaten hervorzuheben, die gelungene Ortskonzepte mit einem Sinn teilen, und einen geeigneten Rahmen zu schaffen, die zu gelebten Standorten und Bestimmungen führen, die sich von anderen unterscheiden und Veränderungen bewirken.

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Mut zum Entdecken

Unser Auftrag war es, eine herausragende Besuchererfahrung zu ermöglichen: nicht nur die Besucher am Counter zu informieren und ihnen eine Broschüre in die Hand zu drücken, sondern sie zu ermutigen, selbst auf Entdeckung zu gehen, über bekannte Themenbereich hinaus, angelockt von einem intuitive gestalteten Rundgang durch Themenwelten, der Lust auf Neues macht.

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Heimische Besonderheiten: geschichtsträchtig und ortsverbunden

Durch den Zubau im Eingangsbereich kann nun einerseits mehr Tageslicht in den Innenbereich fließen andererseits begünstigt der neu gewonnene Raum optisch die Einteilung in Themenwelten: Alpine Fitness und Familie, Körper und Geist - Kulinarik sowie den Bereich Land und Leute mit Kultur und Events.

Bei der Gestaltung der Themenbereiche legte das Designstudio dieschiefer und der Tourismusdirektor Ewald Brunner großen Wert auf die Einbeziehung heimischer ortseigener Besonderheiten. Gelebte Gegenstände wurden neu inszeniert, lokale Zeugnisse integriert, unverfälscht und authentisch, geschichtsträchtig und ortverbunden.

Die Kabine der ehemaligen Pendelbahn der Seilbahn Unterstell vom Naturnser Sonnenberg, aus dem Jahre 1979, wurde restauriert und als roter Blickfang im Raum positioniert. Die später von den Gästen auch liebevoll genannte "Max und Moritzbahn" wurde von Konrad Götsch zur Verfügung gestellt. Baumstämme der Zirbe aus dem heimischen Wald des Tischlereibetriebs Haller in Naturns wurden geschickt integriert und sind in ihre Funktion als Prospektständer ein ausgeklügelter und monumentaler Hingucker.

Ein Teil eines Holztisches samt Stühlen vor einem Foto einer nachempfundenen "Bauernkuchl" verstärkt den Effekt des Greifbaren und Unmittelbaren. Durch das Spiel mit der Dreidimensionalität werden Gedanken, Wünsche, Emotionen und Bilder zum Leben erweckt und füllen den Raum mit Persönlichkeit. 

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In kürzester Zeit, top Ideen, sehr professionell umgesetzt.

Ewald Brunner
Tourismusdirektor Naturns

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